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Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland



 


Notes:
Das Saterland (saterfriesisch: Seelterlound) ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg, Niedersachsen. Hier lebt die kleinste anerkannte Sprachminderheit Deutschlands, die Saterfriesen.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden des Saterlandes im Uhrzeigersinn:

* Samtgemeinde Jümme

* Barßel

* Friesoythe

* Samtgemeinde Nordhümmling

* Ostrhauderfehn

Gemeindegliederung

Vier bis dahin selbstständige Gemeinden wurden bei der Gebietsreform 1974 zur Großgemeinde Saterland zusammengefasst (in Klammern die saterfriesische Bezeichnung, welche sich auch auf den Ortsschildern findet):

1. Ramsloh (Roomelse) mit den Ortschaften Ramsloh-Ort, Ramsloh-Nord, Ramsloh-Ost, Hoheberg, Raake, Hollen, Hollen-Brand und Hollenermoor. Im Juni 2006 hatte Ramsloh 4582 Einwohner. Ramsloh ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung des Saterlandes.

2. Scharrel (Skäddel) mit den Ortschaften Scharrel-Ort, Bätholt, Langhorst, Neuwall und Heselberg. Im Juni 2006 hatte Scharrel 2478 Einwohner.

3. Sedelsberg (Seedelsbierich) mit den Ortschaften Sedelsberg-Ort, Kolonie, Hüllen I, Hüllen II, Fermesand und Heselberg. Im Juni 2006 hatte Sedelsberg 2947 Einwohner. Sedelsberg gehört sprachgeschichtlich nicht zum Saterland und war bis zur Gebietsreform Ortsteil von Scharrel.

4. Strücklingen (Strukelje) mit den Ortschaften Strücklingen-Ort, Bollingen I, Bollingen II, Utende, Wittensand und Bokelesch. Im Juni 2006 hatte Strücklingen 3296 Einwohner.

Geschichte

Das Saterland liegt auf einer 15 Kilometer langen und ein bis vier Kilometer breiten Sandinsel inmitten von Mooren. Dadurch war es lange Zeit sehr isoliert und bis ins 19. Jahrhundert hinein nur per Schiff über die Sagter Ems zu erreichen. Zwischen 1100 und 1400 wurde die Tecklenburger Grafschaft Sögel, die das heutige Saterland und Teile des Hümmlings umfasste, von Friesen aus dem heutigen Ostfriesland besiedelt. Ob zuvor bereits einige wenige Siedler westfälischen Ursprungs in dem Gebiet lebten, ist umstritten. Von der Grafschaft Sögel (Comitia Sygeltra) hat das Saterland ("Sagelter Land") auch seinen Namen.

Aufgrund der Isolation hat sich die eigene Sprache des Saterlandes entwickelt bzw. erhalten. Die Saterfriesische Sprache ist ein Dialekt der Friesischen Sprache, die ansonsten im östlichen Friesland schon seit Jahrhunderten ausgestorben ist.

Das Saterland verfügte im Mittelalter über eine eigene Verfassung und eine eigene Gerichtsbarkeit. Eine schriftliche Landgerichtsordnung ist beispielsweise aus dem Jahr 1587 erhalten geblieben, deren Ursprung oder Vorgänger aber deutlich älter waren. Möglich wurde dies durch Karl den Großen, der den Friesen der Legende nach einige Privilegien zusicherte (siehe: Friesische Freiheit). Das Saterland wurde zu den symbolischen Sieben Seelanden gezählt und hatte eine den anderen friesischen Landesgemeinden ähnliche nahezu demokratische Verwaltung: Einmal im Jahr wurde der Zwölferrat gewählt, der dann Verwaltung und Rechtsprechung leitete.

Da die Landnahme der Friesen im Saterland erst spät erfolgte, war das Gebiet nicht herrschaftsfrei. Zuerst waren die Grafen von Tecklenburg die Landesherren, später das Niederstift Münster, dann der Fürstbischof von Münster. Das Saterland verfügte trotzdem über weitgehende Freiheiten und war somit auch unter fremder Oberhoheit ein sehr unabhängiges Gebiet. Die Friesen wussten ihre angestammten Freiheitsrechte sehr lange zu bewahren. Auch hier tat die isolierte Lage ihr Übriges.

1803 wurde das Saterland im Zuge der Säkularisierung des Bistums Münster dem Herzogtum Oldenburg zugeschlagen. Wenig später gab es unter Napoleon ein kurzes französisches Intermezzo. Im Jahr 1934 wurde erstmals eine Gemeinde Saterland eingerichtet, zu der allerdings neben Ramsloh und Scharrel auch das heute zu Friesoythe zählende Neuscharrel gehörte. Am 1. März 1974 schließlich wurde im Zuge der kommunalen Gebietsreform die Gemeinde Saterland in ihrer heutigen Form geschaffen.

Die bis zur Gebietsreform 1974 drei selbstständigen Gemeinden waren Strücklingen, Ramsloh und Scharrel. Das Koloniegebiet Sedelsberg war Ortsteil von Scharrel und gehörte von der Sprache her nicht zum Saterland.

Bei der Zusammenlegung der drei Hauptgemeinden ging es um die Verteilung der Schwerpunkte, Strücklingen sollte Geschäftsschwerpunkt werden, Ramsloh erhielt die Real- und Hauptschule mit Orientierungsstufe und in Scharrel blieb die Gemeindeverwaltung. Heute hat sich das ganze etwas gedreht, Strücklingen und Scharrel haben alle wichtigen Institutionen an Ramsloh abgegeben.

Das Ortsbild der Dörfer hat sich im Laufe der Zeit verändert. Im Jahr 1821 wütete zum Beispiel in Scharrel ein Großbrand und zerstörte 27 Häuser, von denen nur 12 wieder aufgebaut werden durften. Im April 1945 wurden 17 Häuser durch Bomben vernichtet, von denen nur wenige am alten Standort wieder errichtet wurden.

Durch die größte Flurbereinigung Deutschlands (12500 ha) und Aussiedlung der landwirtschaftlichen Gehöfte aus dem Ortskern wurde es möglich, die frei gewordenen Grundstücke zur Verbesserung der Infrastruktur zu nutzen. Die aus dem Ortskern ausgesiedelten Gehöfte erhielten in den Bauerschaften neue Standorte. Das bis etwa 1945 vorhandene Dorfbild ist heute kaum noch vorzufinden. In den letzten Jahrzehnten sind zudem neue Wohnsiedlungen entstanden.

City/Town : Latitude: 53.184490021036076, Longitude: 7.694249153137207


Birth

Matches 1 to 5 of 5

   Last Name, Given Name(s)    Birth    Person ID 
1 Boswijk, Geert  Cal 1905Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I748060
2 Bünger, Herman  23 Feb 1842Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I631456
3 Klaeren, Maria  13 Feb 1864Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I519549
4 Klären, Herman  Cal 1860Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I461895
5 Klaren, Wendellena  11 May 1852Scharrel, Saterland, Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland I353141

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